Dr. med. Claus Graser und Carl Pfeil 
 


Evozierte Potentiale

 

Die elektrophysiologischen Untersuchungsmethoden haben in den letzten Jahrzehnten ihren festen Platz in der neurologischen Diagnostik in Kliniken und Praxen gefunden. Zum einen können die Sinnesfunktionen (Hören, Sehen und Fühlen ) objektiv getestet werden, zum anderen ermöglichen die Untersuchungsergebnisse eine exakte Zuordnung einer Schädigung zu fest umrissenen Strukturen des Gehirns und der Nervenleitungsbahnen. Folgende Untersuchungen werden angewandt:

 

Evozierte Potentiale

 

Bild eines einzelnen Nervenstrangs

 

Die sogenannten akustisch evozierten Potentiale (AEP) erlauben eine Bestimmung der Hörschwelle und geben Aufschluss über die Funk­ti­ons­fäh­ig­keit der Hörnerven  der Hör- und Gleich­ge­wichts­bahn­en und des Hirn­stam­mes. Die Untersuchungsmethode ist für den Patienten nicht belastend, die akustischen Reize werden über Kopfhörer erzeugt und die Reizkurve von der Kopfhaut abgeleitet.

Diese Untersuchung dient zur Di­ag­nos­tik bei Schwindel, zur Diagnostik bei Multipler Sklerose und bei Schlaganfällen.

Die sogenannten visuell evozierten Potentiale (VEP) untersuchen die Sehnerven und die Sehbahnen. Auch diese Methode ist für den Patienten nicht belastend. Man schaut auf ein Schachbrettmuster auf einen Monitor, während wiederum über Kopf­haut­el­ek­tro­den die ent­sprech­en­den Signale abgeleitet werden.

Diese Untersuchung dient zur Diagnostik von Schäden des Sehnerven und zur Di­ag­nos­tik der Multiplen Sklerose.

Die Ableitung der somatosensorisch evozierten Potentiale (SEP)  stellt eine Funktionsprüfung der Nerven dar, mit dem Ziel den Ort einer Leitungsstörung von Ner­ven­im­pul­sen zu be­­stim­­men. Bei der Ableitung somatosensorisch evozierter Potentiale werden bestimmte Hautareale mit einer Oberflächenelektrode elektrisch gereizt und die Nervenimpulse an ver­schie­den­en Stellen des Körpers bzw. des Kopfes abgeleitet.

Diese Untersuchungen dienen zur Diagnostik von Multipler Sklerose, Schlaganfällen, Tu­mo­ren, Band­schei­ben­vor­fäl­len und ver­letz­ungs­be­ding­ten Schädigungen des Nervensystems.